Soziales Engagement

Die Früchte unserer Praxis bündeln wir in unserem Verein 1000 Hände

www.1000haende.at

Aktuell arbeiten wir an unserer Vision eines gemeinsamen Wohnprojektes, mehr findest Du hier:

Unser Wohnprojekt – „Das Dorf“


Meine erste Lehrerin unserer Lehrlinie, Kaikyo Roby Roshi, glaubte fest daran, dass alle Menschen Bodhisattvas sind. Ich glaube das auch. Bodhisattva heißt übersetzt „erleuchtetes Wesen“ und sie sind Symbole für Tugenden, Archetypen und vieles mehr, auf unserem spirituellen Weg. Der beleibteste Bodhisattva im Zen Buddhismus ist der Bodhisattva Avalokithesvara, auf japanisch „Kannon“, was übersetzt: „der das Leiden der Welt hört“ bedeutet. Er ist das Symbol für das unbegrenzte Mitgefühl.

In traditionellem Japanisch wird das allumfassende, unbegrenzte Mitgefühl oft mit dem Wort DAIJIHI (大慈悲) übersetzt, danach haben wir unsere Sangha benannt.
Okumura Roshi erläutert in einem Kommentar über das Kapitel Shobogenzo Kannon (erschienen im offiziellen Magazin der Sotoshu Shumuchu, dem Dharma Eye # 45, März 2020) genauer, der Artikel ist hier zum download.

Vortrag über Shobogenzo Kannon

Wenn wir im Geist vor den bewertenden Unterscheidungen praktizieren, bevor wir die Welt in Gut und Böse unterteilen und bevor unsere Gewohnheitsenergien und Muster zu greifen beginnen und wir anfangen, uns abzugrenzen, eine Kluft entsteht zwischen uns und dem da draußen, wenn wir erspüren, dass alle Dinge miteinander in Verbindung sind, können wir vielleicht die Bedeutung des allumfassenden, unbegrenzten Mitgefühls ein bisschen erahnen. 

Diese Praxis, zum Gemeinwohl aller, mit anderen zu teilen, ist eine große Möglichkeit, seine eigene Praxis mehr in das alltägliche Leben zu integrieren. Egal wo, beginnend in unserer nächsten Umgebung, oder in einem Altersheim, Krankenhaus, als Lesepate in einer Schule, in Obdachloseneinrichtungen; egal was, mit Menschen mit Beeinträchtigung Zeit verbringen, mit Flüchtlingen Deutsch lernen, egal wo oder wie auch immer gerade Unterstützung gebraucht wird. In diesen Konstellationen kann man Räume schaffen, in denen man tatsächlich in diesem Geist vor den Bewertungen verharren kann, nicht sofort Einordnungen treffen muss, denen dann sofort Entscheidungen folgen. Hier kann sich die wahre Wirklichkeit voll entfalten und wir können über uns hinauswachsen!